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Herzlich willkommen!

Hier finden Sie Informationen über mich und meine Angebote als Therapeut.

Psychotherapie ist eine „Dienst-Leistung“.

Als Psychotherapeut will ich eine Unterstützung, ein Dienst für Sie sein, damit Sie selbst das für Sie Wesentliche entdecken und entfalten können.

Letztlich ist es die Liebe, die heilt.

Davon bin ich zutiefst überzeugt. Klar, es braucht die notwendige Kompetenz und Vielseitigkeit in der Wahl von psychotherapeutischen Methoden. Und doch geht es meiner Erfahrung nach primär darum, die Liebesfähigkeit der Person ans Licht zu bringen. So kann die Person sich selbst, ihr Leben und andere annehmen.

Ich freue mich auf Ihren Anruf!

Wenn Sie sich für berufliche Weiterentwicklung interessieren, dann besuchen Sie www.perspektiefe.at

Ich war vor ca. 2 Jahren bei dir … Seit diesem Zeitpunkt hat sich in meinem Leben so vieles verändert … vieles fällt mir leichter und die meisten Probleme lösen sich von selber auf.

Helmut B.

Das Ergebnis meiner Aufstellung ist wie eine große Einladung, aufmerksam in mein Inneres zu spüren. Danke noch einmal für dein einfühlsames Vorgehen. Danke Stefan!

Johanna F., Therapeutin aus Wien

Danke, für diesen, im besten Wortsinn, heilsamen Blick auf die Sippe. Zum ersten Mal kann ich (auch körperlich) fühlen, dass ich ein Teil davon bin ….

Mantler E.

der „gewaltige Schritt“ ging in die richtige Richtung! Ich danke Ihnen aus ganzem Herzen, sie haben, so möchte ich es ausdrücken, zu Ihrem Beruf eine Berufung! … sie bringen die Sachverhalte auf den Punkt, hören genau zu … vermitteln einem das Gefühl, dass man verstanden wird …

Eveline Cis.

Es sind kleine „Wunder“ in unserer Familie passiert … die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist besser geworden … ich habe momentan keine Sorge mehr, dass Benjamin sterben möchte.

Susi F.

Danke für die anstrengende, faszinierende, sehr heilende Psychotherapie! Ich habe viel über das Leben, Ursache und Wirkung von Beziehungen gelernt und in meinem Herzen erlebt!

Thomas Sch.

Danke für diese intensive, schöne Erfahrung und für die achtsame, behutsame Haltung von Stefan Dörrer. Seit dem sehe ich mein Leben viel klarer – und ich lebe mit mehr Freude!

Miriam

Ich habe einen anderen Blickwinkel auf fest verankerte Familienrollen bekommen. Es half mir sehr, meinen Blick und meine Einstellung zu verändern – sehr erleichternd!!

Florian, O., Niederösterreich

DANKE für diese intensive und schöne Erfahrung!
PS: … Selbst für mich als skeptischer „analytische Kopfmensch“ wird das nicht immer erklärbare Geschehen fühlbar…

Karl

…auch hat es mir und meiner Beziehung, die mit Sicherheit ohne der Aufstellung später in die Brüche gegangen wäre, außerordentlich gut getan! Ich verstehe meine Freundin viel, viel besser als früher …

Robert K.

… erst jetzt konnte ich spüren, wie tief wir alle miteinander verbunden sind. Seit der Aufstellung ist es in meinem Inneren ganz still geworden… mein Streit ist vorbei,ich empfinde tiefen Frieden.

Petra aus Wien

Du besitzt die wunderschöne Gabe, unglaublich viel in anderen Menschen zu bewegen.

Bernadette Weigl

Die Psychotherapie war ein großes Geschenk! Kaum zu glauben, was sich alles verändern kann – meine Familie bestätigt das …

Elisabeth W.

Ich war auf der Suche nach einer „guten Adresse“ für Familienaufstellung – und ich wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil! Stefan D. arbeitet so einfühlsam und dabei klar.

Renate S.

Seit der ADI Behandlung und dem Seminar Familienstellen sind meine Ängste und meine Depression verschwunden, auch die körperlichen Beschwerden…. Dafür ein herzliches Danke!

Georg

Unser Leben gleicht einem Musikstück. Stefan D. zeigte Kraft seiner Erfahrung und seines Einfühlungsvermögens jedem Einzelnen in der Gruppe wie wunderbar sich die eigene Lebensmelodie anhören kann…

Wolfgang

Ich möchte mich ganz herzlich bedanken für unser Gespräch letzten mittwoch. ich fand es sehr hilfreich und entlastend für mich. Schon beim Heimfahren hab ich gemerkt, wie die Anspannung der vergangenen Monate nachlässt …

Ingrid

Es geht mir jetzt viel besser – ich konnte die Angst und das Unbehagen, … ,loslassen. Derzeit ist diese unangenehme Unruhe und auch die Angst waren weg!

Michael M.

Danke nochmals für die wunderbare Begleitung – mir geht es seit einem Jahr wieder gut!
Bin wieder psychisch und physisch fit!

Ernst H., Wien

Für mich ist spannend und erleichternd, dass ich jetzt immer wieder aus den Körper/Gefühlsreaktionen aussteigen kann – und so der Blick auf die ganze Geschichte klarer und leichter wird.

Claire

Nach so vielen Jahren des Leidens darf ich endlich Erleichterung meiner Symptome verspüren. Sie sind meistens weg. Es spürt sich wie ein Zuckerl an. Danke dem Himmel.

Brigitte, Steiermark

ich merke, dass ich bereits einiges an „Alt-Ballast“ abgeben konnte und fühle mich schon etwas leichter …. die Methode und Deine Arbeitsweise geht total in die Tiefe und hilft Beziehungskonstellationen zu verändern ….

Katharina G.

eine sehr professionelle, einfühlsame Begleitung bei der Aufstellung. Ich konnte mir Vieles mitnehmen. Super!

Forsthuber Sonja

Was ich mir mitnehme? VERTRAUEN und KLARHEIT! … für mich war das Seminar etwas ganz unglaublich-mächtiges! Ich möchte mich bedanken für diese einzigartigen zwei Tage …

Hofbauer Ludwig

Lieber Stefan!
Ich sitze gerade in meinem Lieblingskaffee Am Nebentisch wurde gerade lange über eine Familenaufstellung erzählt, die vor mehr als 20 Jahren offensichtlich extrem hilfreich war. Geleitet von einem gewissen Stefan Dörrer 😉
dein Name ist gefühlte 20 mal gefallen, da hatte ich jetzt das Bedürfnis dir schöne Ostern zu wünschen
Mit herzlichen Grüßen
Thomas

Termine

Familienaufstellung - Meinen Platz im Leben finden

14.04.202316.04.2023

Systemaufstellungen, Familienaufstellung, Paar-oder Symptomaufstellungen Inhalte: Dieses Seminar ist hilfreich, wenn es darum geht, Verstrickungen und problematische Beziehungsmuster erlebbar & erkennbar zu machen und Schritte in Richtung Lösung zu vollziehen. Dies gilt für konflikthafte Themen mit der eigenen Ursprungsfamilie (Vater, Mutter, Geschwister), der aktuellen Paarbeziehung oder während oder nach Trennungen, Probleme in der Eltern-Kind-Beziehung oder mit anderen wichtigen Beziehungen (Freundschaften, Arbeitskolleg*innen). Unter anderem eignet sich das Seminar bei folgenden Th

Gut aufgestellt - Entscheidungen treffen

26.05.202326.05.2023

Ein dreidimensionaler Lösungsraum
 für Ihre Entscheidungen mit Hilfe von Systemaufstellungen, Polaritäten- und Entscheidungsaufstellungen
, Organisationsaufstellungen Ständig stehen im Leben Entscheidungen an. Schon das Wort „Ent-Scheidung“ beinhaltet, dass mehrere Möglichkeiten bestehen. Das bedeutet  – zum Beispiel im beruflichen Kontext für Führungskräfte – zwischen verschiedenen Möglichkeiten zu wählen, dabei das Risiko abzuschätzen, häufig verbunden mit Unsicherheit. Oft bedingt dies lähmende Firmenmeetings, die viel Zeit kosten, unsere Energien rauben u

(Paar-) Beziehungen gestalten

02.06.202304.06.2023

Dieses Seminar ist nicht nur für Paare gedacht – wir alle leben in Beziehungen! „Wie können Beziehungen im Alltag gelingen?“ Einzelpersonen sowie Paare sind herzlich willkommen! Selbstverständlich dürfen Sie auch mit Ihren anderen Themen teilnehmen. Systemaufstellungen, Familienaufstellung, Symptomaufstellungen Inhalte: Wie gelingt heute in den Beziehungen der Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit? Wie können Beziehungen gelingen?  Es gibt viele Erwartungen, Vorstellungen und Träume von der idealen Beziehung. … wenn Sie in einer Paarbeziehung leben: Wie kann

Familienaufstellung - Meinen Platz im Leben finden

07.07.202309.07.2023

Systemaufstellungen, Familienaufstellung, Paar-oder Symptomaufstellungen Inhalte: Dieses Seminar ist hilfreich, wenn es darum geht, Verstrickungen und problematische Beziehungsmuster erlebbar & erkennbar zu machen und Schritte in Richtung Lösung zu vollziehen. Dies gilt für konflikthafte Themen mit der eigenen Ursprungsfamilie (Vater, Mutter, Geschwister), der aktuellen Paarbeziehung oder während oder nach Trennungen, Probleme in der Eltern-Kind-Beziehung oder mit anderen wichtigen Beziehungen (Freundschaften, Arbeitskolleg*innen). Unter anderem eignet sich das Seminar bei folgenden Th

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Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Familienaufstellung?

Eine Familienaufstellung ist eine Methode, um wichtige Beziehungen im Raum aufzustellen und so die Wechselwirkungen, die Dynamik zwischen den betreffenden Personen abzubilden. Dies ist deshalb sehr hilfreich, weil „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. Anders ausgedrückt: In einem Gespräch können Sie lange und ausführlich Ihre Beziehung zu jemand anderen (zum Beispiel zu Ihrem Partner/ Ihrer Partnerin) erklären – die nonverbalen „Feinheiten“ sind schwer in Worte zu fassen. Zum Beispiel brauchen Sie viele Worte, um nur annähernd zu beschreiben, wie nahe Sie zu Ihrem Partner /Ihrer Partnerin stehen. In einem Bild sieht man es sofort und wenn man sich genau auf diesen Platz hinstellt, spürt man wahrscheinlich ähnliches. 

Die Ergebnisse der Hirnforschung der letzten zwanzig Jahre belegen, dass Objekte, Orte, Ereignisse und Fakten in dem raumzeitlichen Zusammenhang, in dem sie ursprünglich erlebt werden, abgespeichert werden und im Prozess des sich Erinnerns als Ganzes wieder abgerufen werden. In diesem Konzept wäre das Erinnern einer Route durch den Raum nichts anderes als der Spezialfall einer Abbildung einer Abfolge von Orten in der Zeit. 

Achten Sie auf die Alltagssprache: Da gibt es viele Begriffe, die auf Räume hindeuten:

  • „Es geht wieder bergauf!“,
  • „Es ist mir viel zu eng hier“,
  • „es sitzt mir etwas im Nacken“,
  • „ich kann die Person nicht riechen“.

Dieses räumliche Abspeichern von Ereignissen, Beziehungen, Fakten wird in der Aufstellungsarbeit deutlich.

Die kurze Antwort:

Familienaufstellung bzw. Systemaufstellung ist eine Methode, wo 

  1. Innere Bilder im Raum aufgestellt – externalisiert – werden.
  2. Dann werden die Positionen abgefragt und Unterschiede ausprobiert.
    (z.B.: Wie fühlt es sich an, wenn die Person etwas weiter wegrückt? Besser? Schlechter? Gleich? Weiß nicht?)
  3. Es wird dazu das Phänomen der „repräsentierenden Wahrnehmung“ verwendet.

Das sind die 3 Hauptkennzeichen.

Unter „Repräsentierenden Wahrnehmung“ (ein Begriff, den Matthias Varga von Kibéd im Rahmen von Systemaufstellungen verwendet hat) versteht man, dass man auf einem Platz Gefühle spürt, die man zuvor – wo man noch nicht auf dem Platz gestanden ist – nicht hatte. 

Gleich vorweg muss ein Missverständnis geklärt werden:

„Familienaufstellung“ bedeutet nicht, dass die ganze Familie anwesend sein muss oder nur Personen aufgestellt werden können. Man kann auch sogenannte „System-Elemente“ aufstellen, d.h. wichtige Aspekte, die zum betreffenden Thema wesentlich dazu gehören: Zum Beispiel können Symptome, Krankheiten, Entscheidungsvarianten, Ressourcen (die Kraft, das Selbstbewusstsein, die Gelassenheit), transpersonale Elemente (das Leben, die Weiblichkeit) oder Elemente aus Organisationen (die Führung, das Team, der Markt, das Produkt usw.) aufgestellt werden. Letzteres nennt man dann eine „Organisationsaufstellungen“.

Wenn man Systemelemente aufstellt, spricht man von einer „Systemaufstellung“.

Für Sie sind die exakten Bezeichnungen wahrscheinlich weniger wichtig. 

Jeder Mensch hat ein unbewusstes „Bild“, eine unbewusste „Vorstellung“, wo er/sie in Bezug auf andere wichtige Bezugspersonen (Eltern, Geschwister, Großeltern, Partner, Kinder etc.) im Leben steht. Ob wir diese Personen zum Beispiel als zu nahe, als zu weit weg oder abwesend erlebt haben – all das prägt unsere Gefühle und unser Verhalten mehr als wir herkömmlich annehmen. 

Hier die etwas genauere, längere Antwort: 

Mit der Methode der Aufstellungsarbeit werden innere Bilder im Raum sichtbar und erlebbar hingestellt (im wahrsten Sinne des Wortes).

Das geschieht mit Personen, sogenannten Repräsentant*innen oder Stellvertreter*innen. Oder man verwendet Hilfsmittel, wie zum Beispiel ein Systembrett (Klötzchen, Figuren) oder „Bodenanker“ (das sind Platten, z.B. Kartonblätter, welche man auf den Boden legt).

  1. Der erste Schritt ist also, dieses innere Bild im Raum darzustellen
  2. In einem zweiten Schritt werden die Körpergefühle der Repräsentant*innen abgefragt und dann Unterschiede ausprobiert (generiert).

    Nachdem die Personen im Raum hingestellt wurden, werden die Repräsentant*innen hinsichtlich ihrer Körpergefühle befragt: Wie fühlt sich die Person an diesem Platz? Angenehm oder unangenehm? Wie ist Ihr Stand? Sicher, unsicher, stabil oder schwankend? Wem ist die Person zugewandt? Ist es zu eng hier oder sind die anderen zu weit weg?

    Doch wie tut man, wenn man mit Hilfsmitteln aufstellt? Auch wenn Sie sich das vielleicht schwer vorstellen können, aber indem ich auf dieses „Klötzchen“ schaue, wie es da positioniert ist (ob es alleine oder sehr eng in einer Gruppe steht, zugewandt oder abgewandt usw.), kommen entsprechende Gefühle hoch. Ähnlich verhält es sich mit „Bodenankern“ oder Sesseln oder Schuhen.

    Nachdem die Körpergefühle benannt wurden, werden Unterschiede ausprobiert. Wie fühlt es sich an, wenn die Person etwas näher hinrückt? Oder ist es besser, wenn die Person weiter weg geht? Ist es besser? Schlechter? Gleich? Macht es keinen Unterschied?
  3. repräsentierende Wahrnehmung
    Wie oben bereits kurz angesprochen, versteht man unter der „repräsentierenden Wahrnehmung“, dass man auf einem Platz Gefühle spürt, die man zuvor noch nicht hatte. Man spricht von „Fremdgefühlen“. (Der Begriff der „repräsentierenden Wahrnehmung“ wurde bereits von Sigmund Freud und C.G. Jung verwendet.)

    Ein Beispiel: Eine Frau wird gebeten, sich auf den Platz der Mutter der Klientin zu stellen. Die beiden (Klientin und Stellvertreterin der Mutter) kennen sich nicht. Die Stellvertreterin hat möglichst wenig Informationen über die Person, die sie repräsentieren soll. Umso weniger Informationen, umso besser. Nun steht sie am Platz der Mutter – und bekommt Gefühle, die sie zuvor noch nicht hatte. Ihr wird zum Beispiel kalt, obwohl ihr zuvor ganz warm war.

    Bei diesen „Fremdgefühlen“ bzw. der „repräsentierenden Wahrnehmung“ handelt es sich also um Phänomene, welche wir zwar beobachten können, wir können sie uns aber letztlich nicht vollständig erklären (siehe auch den Punkt „wie funktioniert das“).

    Die Phänomene sind sichtbar. Häufig sagen die Klient*innen ganz verblüfft: „Genau das hat die (repräsentierte) Person auch immer gesagt!“ „Genauso hat immer mein Vater reagiert!“

    Dieses Phänomen kann sogar bedeuten, dass die Stellvertreterin Körperteile intensiv spürt, welche bei der (nicht bekannten) repräsentierten Person eine besondere Bedeutung innehaben. Ein Beispiel: Ein Mann steht in einer Familienaufstellung für einen Großvater. Der Stellvertreter sagt, es fühlt sich so an, als ob sein rechtes Bein „wie taub“ ist, so als wäre es „eingeschlafen“.  Die Klientin erklärt darauf hin, dass Ihr Großvater im 2. Weltkrieg sein rechtes Bein verloren hat.

Eine klassische Familienaufstellung ist zwar ein szenisches Verfahren, es ist aber kein therapeutisches Theaterspiel, kein Rollenspiel. Es ist mir bewusst, dass es inzwischen zunehmend auch szenische Veranstaltungen, die zwar „Aufstellungen“ genannt werden, die aber keine Familien- oder Systemaufstellung sind. 

Warum ist das wichtig? 

In einem therapeutischen Rollenspiel lebt man sich in den Charakter einer Rolle hinein, die Rolle wird interpretiert, man möchte möglichst viel über die gespielte Rolle wissen, es entstehen längere Dialoge usw. 
Im Gegensatz dazu geht es bei einer klassischen Familienaufstellung um die sehr verdichtete Information des Platzes. Was ist das Körpergefühl an dem Platz? Umso weniger ich von der Person, die ich vertrete, weiß, umso besser. Man fokussiert sich nicht auf Inhalte, sondern auf die „repräsentierende Wahrnehmung“ an dem Platz. 

Kein „Orakel befragen“

Durch Familienaufstellungen oder Systemaufstellungen können keine „objektiven“ Tatsachen erkannt werden. Es gibt auch nicht das „richtige, wahre“ Aufstellungsbild. Wir befragen mit einer Aufstellung nicht ein Orakel. 
Vielmehr ist das jeweilige Bild ein Ausschnitt aus der Perspektive der Klient*innen zu einem bestimmten Thema bzw. Anliegen dar. Es ist also niemals ein objektives Gesamtbild einer Situation. 

Keine „wahre“, objektive Wirklichkeit

Einer seriösen Familienaufstellung liegt das konstruktivistische Weltbild zugrunde: 

Im Konstruktivismus geht man davon aus, dass wir alle unsere Welt subjektiv wahrnehmen. Jeder hat also eine gänzlich subjektive Sicht- und Erlebnisweise. Es gibt also nicht die „objektive“ Wirklichkeit. Anders ausgedrückt: wir alle haben ganz verschiedene Landkarten von der Welt. Die Landkarte hilft, das Gebiet abzubilden und wenn sie gut ist, tut die Landkarte dies sehr genau. Die Landkarte ist aber nicht das Gebiet!

Keine Aussagen über Charaktereigenschaften oder zukünftiges Verhalten

Eine Familienaufstellung kann Dynamiken, Strukturen und Kontexte erhellen, in denen sich einzelne Systemelemente (z.B. Vater, Mutter, Kind oder andere Elemente, wie das Ziel, die Aufgabe, das Hindernis, das Symptom etc.) so oder so verhalten. Es können aber keine Aussagen über Charaktereigenschaften getätigt werden. („Der X ist so!“)

Gleich vorweg: Bei der Aufstellungsarbeit handelt es sich um eine phänomenologische Methode. Das heißt, wir können Phänomen beobachten, wir können auf (häufig) sehr beeindruckende Weise erleben, dass die Stellvertreter*innen genau das sagen, tun oder spüren, was die dargestellte Person im realen Leben immer wieder gesagt, getan oder gespürt hat. Wir können diese Phänomene beobachten, aber wir können sie uns letztlich nicht erklären. 

Es gibt zwar einige Erklärungsmodelle, letztlich müssen wir uns aber in Bescheidenheit üben: Wir wissen es nicht genau. 

Der britische Biologe Rupert Sheldrake stellte die These auf, dass es „morphogenetische Felder“ gibt. Gemeint ist damit, dass ein hypothetisches Feld, das als „formbildende Verursachung“ für die Entwicklung von Strukturen sowohl in der BiologiePhysikChemie, aber auch in der Gesellschaft verantwortlich sein soll. 

Sheldrake führte eine Reihe von spannenden Experimenten durch, unter anderem ein Experiment zur Überprüfung der in einigen Fällen berichteten Fähigkeit von Haustieren, die Rückkehr ihres Besitzers vor dessen Ankunft zu spüren.  Weiters ein Experiment zur Fähigkeit von Brieftauben, zu ihrem Taubenschlag zurückzufinden. Normalerweise wird diese auf ein magnetfeldempfindliches Sinnesorgan der Taube zurückgeführt.

Seine zwei bekanntesten Experimente mit Menschen: 

  • Ein Experiment zum Spüren, dass man von hinten angestarrt wird.
  • Ein Experiment zu Wahrnehmungen in Phantomgliedmaßen nach der Amputation.

Sheldrake wird gerade von Aufsteller*Innen als Erklärungsmodell zitiert, man muss aber festhalten, dass von der Wissenschaftsgemeinde die Hypothese als pseudowissenschaftlich eingestuft wird. Seine Experimente werden als zu ungenau kritisiert. 

Ein anderer Erklärungsversuch bezieht sich auf die Quantenphysik und die „verschränkten Teilchen“.

Natalie Wolchover beschreibt es in Spektrum.de im Jahre 2017 so: „Es mag wie Zauberei klingen: Teilchen, die sich an mehreren Orten gleichzeitig befinden oder über weite Entfernungen miteinander verbunden sind. Bei quantenmechanischen Teilchen ist das jedoch Realität und wird als Nichtlokalität und Verschränkungbezeichnet. Letzteres wurde von Einstein spöttisch als „spukhafte Fernwirkung“ bezeichnet, da zu seiner Zeit die genannten Phänomene nicht vereinbar mit der bis dahin gültigen Physik waren. Bei der Verschränkung sind zwei Teilchen, die ehemals als Paar auftraten, auch nach ihrer räumlichen Trennung miteinander verbunden. Messungen an dem eine wirken sich unmittelbar, ohne Zeitverzögerung, auf den Zustand des anderen aus.

Kritiker stellen die berechtigte Frage: Kann man diese Verschränkung auf atomarer Ebene auch auf menschliche Kommunikation und soziale Systeme übertragen?

Der Arzt und Psychotherapeut Albrecht Mahr prägte den Begriff „wissendes Feld“.

Das „wissende Feld“ wird nahezu gleich verwendet wie die „repräsentierende Wahrnehmung“. Festzuhalten ist: Der Begriff ist ein häufig verwendeter Terminus, welcher allerdings nichts Wirkungsmechanismen von Aufstellungen erklärt. 

Zusammenfassend: 

Die Aufstellungsarbeit, Familienaufstellung oder Systemaufstellung, ist eine phänomenologische Methode. Wir können Phänomen beobachten und wir erleben, dass dies die Struktur von Systemen (Familie, Organisationen oder Firmen) sehr gut abbildet. Die oben genannten Theorien sind Versuche zur Erklärung, wir können aber (noch) nicht wissenschaftlich begründen, wie die Datenübertragung funktioniert.

Die ersten Wegbereiter waren Ivan Illich (1910) und Jakob Moreno (1930). Sie stellten psychische Themen und Probleme in ihrem therapeutischen Theater dar. 

Auch wenn das im Gegensatz zur heutigen Form der Familien- und Systemaufstellung ein Rollenspiel darstellte – einige Grundprinzipien der Aufstellung wurden damit aber schon verwirklicht: Die Verkörperung, die Darstellung im Raum (externalisieren), die Repräsentation und das Sichtbarmachen innerpsychischer Dynamiken. 

Die Familientherapeutin Virginia Satir (1950) begann in den Fünfzigerjahren mit ganzen Familien zu arbeiten. Sie entwickelte die Methode der „Skulpturarbeit“ und der „Familienrekonstruktion“ Letzteres war der eigentliche Ursprung der Methode der Aufstellungsarbeit. 

Auch wenn es heute viele Weiterentwicklungen gibt, gilt Bert Hellinger (ca. ab 1980) als der Begründer der phänomenologischen Aufstellungsarbeit. In seiner sehr verdichteten Art zu arbeiten, bediente er sich immer mehr der repräsentierenden Wahrnehmung.

Er selbst war beeinflusst von Ivan Boszormenyi-Nagy, welcher in seinem Buch „Unsichtbare Bindungen“ sehr eindrucksvoll Loyalitäten im Familienverband beschrieb. Die Vorläufer der Aufstellungsarbeit (Skulpturarbeit) und die ersten Ansätze der Aufstellungsarbeit lernte Hellinger bei Ruth McClendonLes Kadis, sowie bei der Deutschen Psychiaterin, Ärztlichen Direktorin  und Univ. Professorin Thea Schönfelder (ca. 1980).

In den folgenden Jahren (ca. ab 1990) breitete sich diese neue, effiziente Therapiemethode rasant aus, zunächst in Deutschland, dann Österreich und Schweiz, später dann nach Südamerika und nach Asien. 

Bei aller Kritik an der Person von B. Hellinger sind seine Verdienste in der Entwicklung der Methode folgende: 

  • Eine sehr reduzierte, verdichtete Art der Aufstellungen 
  • Eine sehr gute Beobachtungsgabe
  • Neue, wesentliche Erkenntnisse über die Dynamik in Familiensystemen
    wie zum Beispiel die „Ordnungen der Liebe“

Diese neuen Erkenntnisse wurden von dem Psychiater und Psychotherapeuten Gunthard Weber im ersten Buch über Familienaufstellungen zusammengefasst (Gunthard Weber, Hrsg.: „Zweierlei Glück. Die systemische Psychotherapie Bert Hellingers; Carl Auerverlag, 1. Ausgabe 1993; inzwischen gibt es schon über 25 Neuauflagen)

Später beschrieb Bert Hellinger die Wirkungskräfte in Familiensystemen (Zugehörigkeit, Ausgleich, Ordnung) im Buch „Ordnungen der Liebe. Ein Kursbuch von Bert Hellinger, Carl Auer Verlag, 1. Auflage 1994“.

Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer entwickelten die systemischen Strukturaufstellungen. Im Gegensatz zu Bert Hellinger ist die Grundlage Ihrer Arbeitsweise der radikale Konstruktivismus. 

In Österreich wurde die Aufstellungsarbeit geprägt vor allem durch Personen wie Guni Baxa, Christine Blumenstein-Essen, Michael Blumenstein, Siegfried Essen, Brigitte Gross, Christl Lieben u.a..

1995 entwickelte sich die Methode der Organisationsaufstellung. Es entstand ein fruchtbringender Austausch von Wiener Unternehmensberater*innen und der Heidelberger Schule der Familientherapie. Die Kernfrage zu Beginn war: Lassen sich die Erkenntnisse über familiäre Systeme auch auf Organisationen & Firmen übertragen?

Die Organisationsaufstellung ist in den letzten 20 Jahren zu einem anerkannten Tool der Organisationsberatung geworden. 

Ende der 90ziger Jahre und Anfang des 21.Jahrhundert fand die Aufstellungsarbeit ein sehr starkes mediales Interesse mit zum Teil sehr heftig geführten Diskussionen. Dies hat einerseits mit dem „magischen“, nicht erklärbaren Aspekt von Aufstellungen zu tun, weiters mit der Effizienz und Kraft der Methode, nicht zuletzt hat es aber auch viel mit der umstrittenen Person Bert Hellingers zu tun. Seine provokanten Aussagen forderten geradezu eine fast religiös anmutende Anhängerschaft auf den Plan, ebenso erbitterte Gegner. Heute hat sich die Aufregung gelegt und es entwickeln sich ständig weitere Formate und Stilrichtungen dieser sehr wirksam Beratungsmethode.

Eine Familienaufstellung ist eine Form der systemischen Therapie, bei der ein Aufsteller oder Therapeut die Person, die Hilfe sucht, dabei unterstützt ihre Familienstruktur und Beziehungen darzustellen und zu untersuchen. 

Hier ein Beispiel wie eine Familienaufstellung in einer Gruppe von Personen ablaufen kann: 

1. Schritt – das Anliegen

Der Klient beschreibt sein Anliegen, z.B. Schwierigkeiten in einer Beziehung oder Probleme im Beruf.

Je nach Problemstellung ist dieses Vorgespräch kurz oder sehr ausführlich. Es werden zum Beispiel folgende Fragen gestellt:

  • Was ist Dein Problem? Was ist das Ziel an die System- oder Familienaufstellung? 
  • Was soll nachher anders sein (im Verhalten, im Gefühl oder auf der körperlichen Ebene)?
  • Woran wirst Du oder Deine Umgebung den Unterschied erkennen? 

Wenn das Ziel klar genug herausgearbeitet ist (der Therapeut hilft dabei!) und das Ziel auch unter der eigenen Kontrolle des Klienten ist (d.h. er/sie kann selbst etwas dafür tun, es ist in Ihrem/Seinem Einflussbereich), kommt der 

2. Schritt – die Personen oder Elemente

Die Aufsteller*in überlegt zusammen mit dem Klienten, welche Personen oder Elemente man braucht, um das Problem abzubilden. Unter „Elementen“ sind Qualitäten, Ressourcen, Transpersonale Elemente und Symptome gemeint, zum Beispiel „das Selbstbewusstsein“, „die Freude“, „das Leben“, „die Weiblichkeit“, „das Symptom X“, „das Land“, „der Bauernhof“ usw.)

3. Schritt – die Repräsentant*innen

Der Aufsteller oder Therapeut bittet den Klienten nun, Repräsentant*innen (= Stellvertreter*innen) auszuwählen, die für das Anliegen relevant sind. Diese Repräsentant*innen stehen entweder für wichtige Personen (Mutter, Vater, Kinder, Partnerin u.a.) oder/und für Elemente (siehe oben). 

4. Schritt – das Aufstellen

Der Klient (= die Person mit dem Anliegen) stellt nun ohne Erklärungen die Repräsentant*innen intuitiv im Raum auf. Es ist kein konstruiertes Bild nach logischen Überlegungen. Vielmehr ist es ein intuitiver Prozess. 

5. Schritt- das Abfragen

Die Aufstellungsbegleiter*in bzw. Therapeut*in frägt nun bei den Stellvertreter*innen deren Körpergefühle ab, sowie den Bezug zu den anderen Personen, die in der Aufstellung stehen. 

Die Grundaufstellung und die Reaktionen der stehenden Personen zeigen eindrucksvoll  Verstrickungen, die Dynamik des (Familien-) Systems und Verhaltensmuster. 

6. Schritt – die Umstellungsphase

Aufgrund der Rückmeldungen der Stellvertreter*innen verändert die Therapeut*in dann die Positionen der dargestellten Personen. An welchem Platz fühlt es sich besser an? Es kann auch sein, dass sich die Repräsentant*innen selbst einen anderen Platz suchen. 

Die Klient*in erhält so wertvolle Rückmeldungen und oftmals überraschende Einsichten über sein Problem. Das kann sehr hilfreich sein, um die Probleme besser zu verstehen und erste Schritte Richtung Lösung zu tun. Es ist wichtig zu betonen: Aufstellungen sind nicht nur ein hervorragendes „Diagnose-Werkzeug“, sie dienen auch nicht nur dem rationalen Verständnis. Vielmehr helfen sie auch, auf der emotionalen und körperlichen Ebene Situationen anders zu erleben und sich aus Verstrickungen zu lösen. 

7. Schritt – Abschluss

Gegen Ende der Familienaufstellung werden unter Umständen noch Lösungssätze formuliert. Wenn das System des Klienten sich neu geordnet und geklärt hat, kann die Aufstellung abgeschlossen werden. 

Es gibt verschiedene Arten von Familienaufstellungen und der Ablauf kann je nach Aufsteller*in variieren. Die genannten Schritte sind lediglich ein allgemeiner Überblick.

Die ersten Schritte sind dieselben wie oben dargestellt (Aufstellungen in der Gruppe): Klärung des Anliegens und Auswahl der Systemmitglieder/Systemelemente. Anstelle von Personen bzw. RepräsentantInnen werden dann verschiedenste Hilfsmittel verwendet, wie:

  • Bodenanker (z.B. Platten aus Karton)
  • Figuren (schauen so ähnlich aus wie Figuren von einem Brettspiel)
  • oder Schuhe, Symbole, Stühle, Pölster u.a.

Die Klient*in hat dabei die Möglichkeit, die verschiedenen Positionen selbst einzunehmen und so seine Wirklichkeit aus anderen Perspektiven wahrzunehmen. Es gibt keine Rückmeldungen durch die Worte der Personen. Wenn aber die Klient*in oder die begleitende Therapeut*in den Platz einnimmt, kommen sehr wohl starke Gefühle oder innere Sätze. 

Auch in Aufstellungen mit Hilfsmitteln wird durch die Veränderung des Bildes im Äußeren die Veränderung im Erleben im Innern angestrebt.

Familienaufstellungen sind für Menschen gedacht, die Probleme oder Schwierigkeiten in ihren Beziehungen oder Familienstrukturen haben. Sie können helfen, tiefliegende unbewusste Muster und Verstrickungen aufzudecken, die zu den Problemen beitragen, und Lösungen für diese Probleme zu finden. Familienaufstellungen werden oft von Menschen genutzt, die mit Beziehungsproblemen, emotionalen Traumata, psychischen Erkrankungen, Ängste, Zwänge, Depressionen, körperliche Erkrankungen, Lebenskrisen, Karriereproblemen oder anderen persönlichen Herausforderungen zu kämpfen haben. 

Paaraufstellungen sind eine besonders effiziente Methode für Paare. Mehr als viele verbale Erklärungen und „tausend Worte“ zeigt eine Paaraufstellung sehr gut, wie das Paar zueinandersteht, wo es problematische Einflussfaktoren gibt (z.B. die jeweile Ursprungsfamilie, frühere Partnerschaften, Krankheiten usw.).

Es ist für Paare geeignet, welche

  • erkennen möchten, wie Konflikte entstehen und wie Lösungen möglich sind
  • Ihre (Liebes-)Geschichte neu entdecken und die sich selbst und den eigenen Partner besser verstehen wollen;
  • „Altlasten“ und Schuldenkonten loslassen möchten und die
  • neue Handlungsspielräume entfalten möchten.

Bei manchen Erkrankungen (wie z.B. empfiehlt sich eine Symptomaufstellung.

Zuvor ist aber eine ärztliche Abklärung wichtig, denn nicht jede Erkrankung muss eine psychische Ursache haben. Durch die Aufstellung können wir quasi „dahinter schauen“ und erkennen, welche Bedeutung das Symptom für den Menschen haben kann. 

Zwei Beispiele

  • Eine Frau hat immer wieder Migräne Attacken. Sie hat einen sehr hohen Leistungsanspruch. Der hohe innere Druck verstärkt die Disposition zu Kopfschmerzen. Anders gesagt: Diese leidende Person gönnt sich nur Pausen in Ihrem gestressten Alltag, wenn sie sich wegen Kopfschmerzen niederlegen muss. (Es ist schon klar, dass dieses Beispiel sehr verkürzt dargestellt wurde!)
  • Esstörungen: Nicht alle Essstörungen müssen einen psychodynamischen Hintergrund haben, es kann auch eine unkontrollierbar gewordene Abhängigkeit von Abführmitteln sein. Häufig haben Essstörungen mit Loyalitäten und unbewussten Verstrickungen mit Familienmitgliedern sein. Ein Beispiel: Eine Tochter entwickelt eine Magersucht, um auf unbewusster Ebene den Vater, der die Familie verlassen will, wieder herein zu holen. So als würde sie sagen: „Lieber Papa, bevor du gehst, gehe lieber ich (aus dem Leben) und werde krank!“

Doch Vorsicht: Aufstellungen mit erkrankten Personen dürfen nur von Psychotherapeut*innen durchgeführt werden! Und jedes Heilungsversprechen ist unzulässig und wäre ein Zeichen für ein unseriöses Angebot von selbsternannten „Heiler*innen“!

Entscheidungs – und Zielaufstellungen

Man kann nicht nur Personen (Vater, Mutter, Kind, Partner*innen etc.) aufstellen. Die Methode der Systemaufstellung eignet sich sehr gut, um Klarheit hinsichtlich verschiedener Entscheidungsoptionen zu bekommen. Hilfreich besonders dann, wenn man zwischen verschiedenen Möglichkeiten hin- und hergerissen ist. 

Oder man stellt ein Ziel auf und das, was einem hilft, dieses Ziel zu erreichen und was einen bisher gehindert hat. 

Aufstellungen in der Kinderpsychotherapie und Erziehungsberatung

Da die systemische Sichtweise auch die Mehrgenerationenperspektive berücksichtigt, ist die Methode der Aufstellung in den letzten dreißig Jahren in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie in der Erziehungsberatung zu einem sehr kraftvollen Werkzeug geworden. 

Dr. Brigitte Gross (Anthering) und Mag. Stefan Dörrer (Universitätsklinik Innsbruck und Wien, dazwischen Landesklinikum Salzburg) haben in Österreich begonnen, die Anliegen von Kindern und deren Eltern aufzustellen. Dabei zeigten sich tiefgründige Erkenntnisse, wie sich Probleme in der Familiengeschichte über mehrere Generationen widerspiegeln. 

Ein Beispiel: Ein sehr aggressiver Junge von 8 Jahren ist in der Volksschule kaum zu bändigen. Immer wieder hat er unerklärliche Wutausbrüche. Im Vorgespräch und dann in der Aufstellung wird die unbewusste Verbindung zu seinem Großvater väterlicherseits erkennbar. Dieser Großvater, den der Junge nie kennen gelernt hat (mit dem er aber doch unbewusst verstrickt ist), war im 2. Weltkrieg als SS-Soldat für viele Ermordungen verantwortlich.
Der Enkel spürt quasi das Trauma in der Familie und „lebt diese Wut aus“.

Was konnte da helfen: Dem Jungen in Bildern zeigen, dass sein Großvater große Verbrechen begangen hat – und er gehört dennoch zur Familie dazu. Der Enkel ist frei, er kann und muss den Großvater nicht schuldig oder frei sprechen.

Wie bereits ob ausführlich dargestellt, können Familienaufstellungen dazu beitragen, eine Vielzahl von Symptomen zu behandeln, die auf tiefliegenden unbewussten Mustern und Verstrickungen in Familienbeziehungen zurückzuführen sind. 

Hier nun nochmals stichwortartig einige Beispiele von Symptomen, die mit Familienaufstellungen behandelt werden können: 

  • Beziehungsprobleme, einschließlich Schwierigkeiten bei der Bindung, Konflikten und der Fähigkeit, intime Beziehungen aufzubauen. Oder wenn Personen alleine leben, trotz des Wunsches nach einer erfüllten Partnerschaft.
  • psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel Angstzustande, Depressionen, Zwänge und posttraumatische Belastungsstörungen.
  • Bei problemhaft erlebten, immer wieder auftretenden störenden Verhaltensmustern
  • Probleme hinsichtlich der beruflichen Entwicklung, wie zum Beispiel mangelnde Motivation, Unsicherheit und Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung. Entscheidungsfindung.
  • Persönliche Herausforderungen, wie zum Beispiel das Gefühl von Leere, Sinnlosigkeit, Scham, Schuldgefühle und Unzufriedenheit. 
  • Konflikte von Kindern in der Schule und Familie
  • Entwicklungskrisen von Kindern und Jugendlichen
  • Um die Stärken von Kindern zu entwickeln 

Es ist wichtig zu beachten, dass Familienaufstellungen nicht die einzige Therapieform für die Behandlung dieser Symptome darstellen und auch andere Therapieansätze, wie Einzeltherapie oder Medikamente, sinnvoll und notwendig sein können. 

Bitte wenden Sie sich an eine qualifizierte Therapeut*in oder Aufsteller*in, um die beste Behandlung für Ihr Anliegen zu erhalten.

Repräsentant*innen oder Stellvertreter*innen sind Personen, die sich in einer Aufstellung zur Verfügung stellen, einen Platz einzunehmen. Sie stehen also zum Beispiel für Vater, Mutter, Kind, Partnerin – oder auch für Elemente, wie Symptome, Einstellungen oder Entscheidungsvarianten. 

Die Aufgabe der Repräsentant*innen ist es, die Wahrnehmung von diesem Platz zu sagen. Sie spüren, wie sich dieser Platz anfühlt und ob sie bestimmte Körpergefühle haben (wie z.B. Wärme, Kälte, Zittern, ein Taubheitsgefühl u.a.)

Es können Gefühle wie Freude, Wut, Trauer, Angst u.a. auftreten. Um eine Stellvertreter*in sein zu können, muss man keine Vorerfahrung oder Ausbildung haben. Jeder Mensch hat die Fähigkeit, sich einzufühlen. Es ist aber schon notwendig, in den eigenen Körper „hineinzuhören“, die rationalen Erklärungen und kognitiven Kommentare mal bei Seite zu lassen.

Das ist nicht so leicht beantwortbar. Ob eine Aufstellung wirksam ist oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab: Wie sehr sich die Klientin darauf einlassen kann, ob sie bereit ist, hinzuschauen und Neues zuzulassen; ob sie vertrauen in die Begleitung hat, wie die Tagesverfassung ist, und vieles mehr.

Der Vorteil von einem EINZELSETTING ist, dass es ein privaterer Rahmen ist. Das hilft besonders Personen, die Angst vor Gruppen haben. Außerdem ist es leichter, rasch einen Termin zu finden. 

Der Vorteil von Gruppen ist der „Luxus“, dass sich andere Personen in Ihre Familienmitglieder oder Elemente einfühlen. Sie sitzen quasi „Erste Reihe fußfrei“ und erleben (nochmals sehr deutlich), wie es sich in dieser Konstellation anfühlt. 

Außerdem können in der Aufstellung mit Personen feine, sehr differenzierte Zusammenhänge erlebbar werden, die in der Arbeit mit Figuren oder anderen Hilfsmitteln nicht möglich sind. Wenn Sie die Möglichkeit zu einer Teilnahme in einer Gruppe haben, würde ich Ihnen das empfehlen.

Die Methode boomt. Es ist aber kein „Nebenbei-Beratungstool“. 

Die Methode der Systemaufstellung – oder früher mehr bezeichnet als Familienaufstellung – ist rechtlich nicht geschützt. 

Jeder, jede kann es anbieten, vorausgesetzt sie oder er hat eine gewerbliche Konzession (zum Beispiel als Lebens- und Sozialarbeiter*in oder als Unternehmensberater*in).

In Österreich ist es gesetzlich – vereinfacht gesagt – ähnlich geregelt wie die Räumung des Gehsteigs vor der eigenen Haustüre: Niemand kann einen zur Schneeräumung zwingen, vor dem Gesetz wird es erst relevant, wenn etwas passiert ist. 

Und durch unsachgemäße, unseriöse, inkompetente Begleitung kann bei Familienaufstellung schon manches passieren. Im harmlosesten Fall war die Aufstellung wirkungslos. 

Was bedeutet dies für Sie als Kund*in?

Achten Sie auf mehrere Voraussetzungen:

  • Der Aufsteller / die Aufstellerin sollte eine ausgebildete Psychotherapeut*in sein, oder zumindest eine erfahrene Lebens- und Sozialarbeiter*in.
  • Viele Jahre Berufserfahrung und Erfahrung sind wünschenswert.
  • Die Therapeutin sollte eine Ausbildung in Aufstellungsarbeit bei einem anerkannten und zertifizierten Institut gemacht haben.
  • Die Aufstellungsbegleiterin sollte bei einem anerkannten Verein für Systemaufstellungen eingetragen sein. Die Mitlieder dieser Vereine haben sich freiwillig strengen Qualitätskriterien (z.B. Forum für Systemaufstellungen, unterworfen – oder weniger strengen (zum Beispiel die Liste der Aufstellerinnen bei der Österreichischen Wirtschaftskammer; die verlangen weit weniger umfangreiche Ausbildungen).

Die drei wichtigsten Vereine in Österreich und sind :

Die Aufstellungsbegleiterin hat eine klare ethische Grundhaltung und richtet sich nach bestimmten ethischen Richtlinien.

Siehe z.B.: Ethik Richtlinien der DGSF (Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen) oder Qualifikationen im Forum für Systemaufstellungen. Eine sehr ausführliche Beschreibung wichtiger Qualitätskriterien und möglicher fachlicher Fehler finden Sie zum Beispiel auf der Seite des DGSF.

Für den Kunden ist die Qualität einer Aufstellung nicht sofort erkennbar. 

Sobald man ein zwei oder mehrere Personen in einem Raum hinstellt, passiert irgendetwas.

Das bedeutet noch nicht, dass das passiert, was dem Kunden weiterhilft. Hat die therapeutische Begleitung sich genau auf das Anliegen des Klienten konzentriert?

Viele Menschen geben die Rückmeldung nach einem Aufstellungsseminar: „Es war unglaublich intensiv. Wir haben an diesem Wochenende alle so viel geweint!“

Die Anzahl der verbrauchten Taschentücher ist KEIN Qualitätskriterium für eine gute Aufstellung. Manchmal bedeutet es sogar das Gegenteil: Die Aufstellung war nur eine emotionale Inszenierung oder eine Retraumatisierung. Eine qualitativ hochwertige Aufstellung kann fast ganz leise, ohne großes Drama, aber mit hoher Wirkung ablaufen. 

An folgenden Merkmalen kann der anwesende Laie die Qualität im Vorfeld einer Aufstellungsarbeit erkennen:

  • Die Aufstellungsleitung übernimmt die Verantwortung für den Prozessverlauf bei der Aufstellung und sorgt für eine vertrauensvolle, geschützte und für die KlientIn förderlichen Beziehung.
  • Sie verpflichtet sich zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem besonderen Vertrauensverhältnis der KlientIn. Diese Beziehung ist – bei aller damit verbundenen Einfühlung und Nähe – eine professionelle Beziehung.
  • Die Aufstellungsbegleiterin /Leitung geht respektvoll und mit großer Achtung mit den anwesenden Personen um. 
  • Sie macht keine unseriösen Heilungsversprechen, sie tritt nicht als selbsternannte „Heilerin“ auf!
  • Die Aufstellungsleitung muss sich nicht selbst inszenieren und in den Mittelpunkt stellen. Sie ist vielmehr im Dienst an der Person mit Ihrem Anliegen. 
  • Transparenz: Der Aufsteller sollte offen und ehrlich über die Ziele, den Ablauf und die möglichen Ergebnisse der Aufstellung informieren. 

Und während des Ablaufs der Familienaufstellung erkennt man die Qualität daran:

  • Die Aufstellungsbegleiterin fragt fast ausschließlich Körpergefühle ab und inszeniert kein Rollenspiel, wo viel geredet wird und persönliche Fantasien & Interpretationen der Repräsentantinnen viel Raum bekommen und die Aufstellung verfälschen.
  • Der Aufstellungsbegleiter versucht, Interpretationen und Deutungen zu vermeiden
  • Vor allem macht die Therapeutin keine Aussagen über die Zukunft der Klientin (z.B. „Du wirst schon sehen, Du wirst diesen (schlimmen) ….. Weg gehen“)
  • Die Begleiterin macht keine Bewertungen, was „richtig“ und „falsch“ ist!
  • Der Therapeut „überredet“ den Klienten nicht zu einer (seiner!) Lösung, sondern lässt einen Handlungsspielraum offen!
  • Die Deutungshoheit der Aufstellung wird beim Klienten gelassen

Es gäbe noch manche andere Qualitätskriterien, dies sind aber ein paar der wichtigsten. Sprechen Sie mit der Therapeutin. Vereinbaren Sie vor einer Aufstellung ein Gespräch.

Manche Menschen haben die Sorge, dass sie ihr Anliegen nicht exakt genug – oder überhaupt nicht gut – in Worte fassen können. 

Keine Sorge! Es ist die Aufgabe der Therapeut*in, Sie bei der Formulierung zu unterstützen. 

Oft ist Tatsache, dass sich eine Klient*in schwer tut, das Problem zu beschreiben und vielleicht sogar eher verwirrt redet, ein Hinweis dafür, dass es sich um eine systemische Verstrickung handeln kann. 

Es bedarf keiner Vorbereitung. 

Sie können aber Informationen über Ihre Ursprungsfamilie einholen (nur Fakten, keine Personenbeschreibungen! Fakten sind u.a.: Wie viele Geschwister gibt es? Gibt es Halbgeschwister? Ist jemand weggeben oder vergessen worden? Gab es schwere Krankheiten, frühe Todesfälle, Flucht, Vertreibungen oder ähnliches? Diesen Familienstammbaum kann man –  wenn möglich – bis zurück zu den Großeltern erstellen.)

Falls Ihre Frage hier noch nicht beantwortet ist, nehmen Sie einfach Kontakt auf.